Bärengeschichten aus den Rocky Mountains (Kanada: Teil 7)

Bärengeschichten machen den Anfang unserer Reiseberichte aus dem vielleicht schönsten Teil Kanadas. Die nahezu unberührte Natur der Rocky Mountains ist nämlich auch das Territorium einer Vielzahl, nicht ganz ungefährlicher Grizzly Bären…


Trotz der gestrigen „Shit happens“ Episode in Calgary machen sich zwei gut gelaunte Abenteuerlustige auf den Weg von Calgary in die nur 100 Kilometer entfernten Rocky Mountains.

Schon allein die Anfahrt in Richtung Berge lässt uns den gestrigen „Fehlstart in Calgary“ schnell vergessen!

 

Anfahrt in die Rocky Mountains

Anfahrt in die Berge
Anfahrt in die Berge

Es ist sehr beeindruckend, wie sich von Weitem schon die breite Wand an hohen, teils schneebedeckten Bergen vor uns auftürmt.

Insbesondere die Begebenheit, dass das Land vor dieser großen Gebirgskette ungewöhnlich flach ist, führt dazu, dass es fast an Holland erinnert.

Die Vorfreude steigt je näher wir kommen.

Die einzigartige Schönheit der Rocky Mountains und besonders die nahezu unberührte Natur werden uns auch bald total verzaubern.

Wir hoffen, der Funke springt in den folgenden Beiträgen ein wenig auf Euch über.

 

Erster Stopp: Lake Minnewanka

Lake Minnewanka
Lake Minnewanka

Unser erster Stopp in den Rocky Mountains ist der Lake Minnewanka.

Wir erblicken ein traumhaftes Panorama bei bestem Bergwetter und grinsen uns an.

Das war schon ein sehr guter Vorgeschmack auf die nächsten Tage.

Das Wetter ist herrlich und wir beschließen hier gleich noch eine spontane Wanderung zum Steward Canyon anzuhängen.

Überall wachsen hier am Seitenrand diese roten Beeren. Später erfahren wir, dass es die Lieblingsspeise der pelzigen Einheimischen ist.

 

Bärengeschichten auf dem Steward Canyon Trail

Steward Canyon
Steward Canyon

Wir gehen zunächst ein Stück am schönen See entlang. Eine Brücke führt uns über den Fluss und von dort auf einen Pfad durch einen dichten Wald entlang des Steward Canyon.

Wir sind schon bald ganz alleine und weil das mal wieder so schön ist, laufen wir einfach immer weiter.

Erst ein deutliches Warnschild, welches auf die hohe Aktivität der Grizzly Bären hinweist, und die Tatsache, dass wir unweit von uns krachende Äste hören, lässt uns dann umkehren.

So sehr wir es auch lieben, Wildlife zu beobachten. Das war dann schon ein bisschen unheimlich und einem großen Grizzly möchten wir hier nicht gleich begegnen.

Auf dem Rückweg trafen wir noch eine Gruppe anderer Wanderer und waren dieses Mal auch recht froh darüber. 😉

Im Herbst sind hier die Bären los!

Bären Warnschilder
Bären Warnschilder

Während im Osten Kanadas auf die eher kleineren Schwarzbären hingewiesen wird, warnt man hier stets vor den weitaus größeren und gefährlichen Grizzly Bären.

Wir befinden uns nämlich mitten in deren Territorium. Im Herbst sind diese zudem noch sehr aktiv auf Nahrungssuche, um ihre Fettreserven für den Winterschlaf aufzufüllen.

Es sind hier also gerade die Bären los. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Fortan werden uns mehrmals täglich Warnungen vor Grizzly Bären begegnen. Uns scheint, es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit bis wir einen zu Gesicht bekommen.

canadian fast food
canadian fast food

Diverse Warnschilder am Start von einigen Wanderungen besagen, dass man dort nur in Gruppen von mindestens 4 Personen gehen und sogenanntes Bärenspray mit sich führen muss.

Insbesondere auf den Campingplätzen werden wir stets gewarnt, dass es hier laufend Bärensichtungen gibt.

Die Bären haben schon seit längerem die „Fast Food“ Küche der Menschen für sich entdeckt und räumen dann auch gern Mal den Tisch nach einem Grillabend ab.

Den Anweisungen der Parkranger ist unbedingt Folge zu leisten. Zum Einen natürlich zur eigenen Sicherheit, aber auch um den teils saftigen Geldstrafen zu entgehen.

 

Die Bären Etiquette Beim Wandern

Bärengeschichten
Bärenregeln auf Wanderungen

Normalerweise gehen alle Bären dem Menschen instinktiv aus dem Weg.

Doch sind sie manchmal so mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt, dass sie den Menschen nicht rechtzeitig bemerken und daraus resultieren manchmal unangenehme Begegnungen.

Als Wanderer in einem Bärengebiet sollte man stets auf der Hut sein und vielleicht nicht gerade lautlos umher schleichen. Es ist immer besser, die Tiere hören uns, bevor wir sie hören 😉

Falls man sich fern der üblichen Wanderwege aufhält, sollte man sich Bärenspray zulegen. Das ist so eine Art Pfefferspray, welches im „Nahkampf“ angewandt werden kann.

Vor der Benutzung ist es übrigens praktisch, die Windrichtung zu kennen 😉

 

Unser Bären Notfallplan

Wir leben unseren Traum in Kanada
Wir leben unseren Traum in Kanada

Bei Sichtung eines Bären sollte man nicht einfach weg rennen. Ein Bär ist immer schneller! Es hilft meist schon, laut zu reden, sich groß zu machen und langsam den Rückwärtsgang einzulegen.

Falls der Bär nicht kehrt macht oder sogar näher kommt, bzw. zu nah ist, hilft nur noch, sich Tod zu stellen. Dabei legt man sich anscheinend auf den Bauch und als Schutz die Hände über den Kopf.

Das ist irgendwie ne gruselige Vorstellung, sich so auszuliefern aber anscheinend verliert der Bär schnell das Interesse, wenn er einen nicht mehr als Bedrohung wahrnimmt.

Unsere persönliche Abwehrmaßnahme sind übrigens zwei Trillerpfeifen von Ariane. Echt gut, wenn man eine Fussballtrainerin zur Frau hat 😉

Wir hoffen, dass wir Euch jetzt keinen allzu großen Bären aufgebunden haben. 😉

Das waren jedenfalls unsere (ersten) Bärengeschichten aus den Rocky Mountains. Im nächsten Artikel kommen wir in Banff an, erzählen Euch was „Hoodoos“ sind und berichten auch von unseren ersten Erfahrungen mit dem Wohnmobil.